Geschichte der Hypnose
Viele Menschen verbinden Hypnose sofort mit schwingenden Uhren oder Bühnenshows bei denen der Hypnotiseur alle auf ihre Sitze kleben oder wie Elton John singen läßt. In den letzten Jahr ist das Interesse an Hypnosetherapie jedoch stark angewachsen. Immer mehr Menschen erkennen, daß es eine effektive Weise zur Problemloesung ist, von Phobien über Traumas oder Depressionen bis hin zur Schmerzkontrolle oder Anästhesie. Dieser Zwiespalt über Hypnose ist nicht neu, aber kann die ganze Geschichte hindurch beobachtet werden. Die Methoden des Hypnotisierens haben sich vielleicht geandert, aber das Interesse an dem Phänomen ist mehr oder weniger immer noch gleich.

Das Wort Hypnose stammt von dem griechischen Wort hypno und bedeutet Schlaf. In der Tat entspricht das Wort nicht ganz der Wirklichkeit, da das Unterbewußtsein in voller Alarmbereitschaft ist, nur das rationelle Denken wird umgangen. Hypnose ist vielmehr eine Konzentrationsform. James Braid versuchte im späten 19. Jahrhundert den Namen zu ändern, hatte aber irgendwie nie Erfolg.
Arten von Hypnose wurden bereits vor 3000 Jahren von den alten Aegyptern benutzt, es gab Heil-Schreine in Griechenland, die Hindischen Veden erwähnen Heilaktionen in Trance und Aufzeichnungen bestätigen ihre Anwendung in chinesischer Medizin. Triebe in Amerika und Afrika benutzen Tanz und Trommeln zu hypnotischen Effekten. Shamane, Hexendoktoren, Yogis und selbst bekannte Philosophen wie Aristoteles und Plato unterstützten die Theorie, daß eine Behandlung des Ganzen - Geist, Koerper und Seele - notwendig ist, um Krankheiten zu heilen und vorzubeugen.
Alleine die Tatsache, daß Hypnose immer noch etwa 5000 Jahre nach ihrer Entdeckung angewandt wird, beweißt für mich, daß sie funktionieren muß. Ansonsten wäre sie vor langer Zeit in Vergesseneheit geraten. Außerdem ist Hypnose nicht auf eine Religion oder ein Gebiet begrenzt, sondern wird auf der ganzen Welt praktiziert.
Im 16. Jahrhundert machte der Schweizer Wissenschaftler Paracelsus hypnotische Suggestionen zu Heilzwecken wieder beliebt. Da die Priester jedoch magnetische Medizin als Mittel zur Massenkontrolle benutzten, ging die Zeit des Heilens wieder unter. Paracelsus' Grundiden waren gut, es entwickelte sie jedoch in die falsche Richtung. Hypnose ist ein gefährliches Werkzeut und darf nicht zu Kontrolle anderer Menschen eingesetzt werden.
Franz Anton Mesmer (1734-1815) ist einer der bekanntesten Namen in der Geschichte der Hypnose. Er übernahm Paracelsus' Idee der magnetischen Medizin und entwickelte einige gute Theorien, wie physische Kräfte den Koerper beeinflussen. Außerdem beeinflußte ihn Newton's Gesetz der Anziehungskraft, als er den Ausdruck animalischer Magnetismus entwickelte. Er hatte die Idee, daß sie in allem Lebendigen fliessen und Blockaden zu Krankeit führen. Diese 'Kräfte' koennen konzentriert, angesammelt oder abgeleitet werden und daher kann Krankheit geheilt werden, indem die Blockaden geloest werden. Seine Durchführung war ziemlich theatralisch so ich kann mir vorstellen, daß es vielen Leuten gespenstisch vorkam, vor allem, da er nicht erklären konnte, was genau passierte, wenn die Heilung stattfand. Nachdem unter Koenig Ludwig XVI die Koenigliche Kommission in Paris ernannt wurde, um das Phänomen des Mesmerismus zu untersuchen, wurde Dr. Mesmer durch ihre Ergebnisse verrufen, da laut der Kommission die Existenz von animalischem Magnetismus unnachweisbar war und die Heilung auf dem Glauben und der Erwartung der Leute beruhte. Dies beweißt, daß die Kraft nicht existieren muß, sondern die Idee, daß es sie gibt, bereits genügt, um den Heilprozeß einzuleiten.

Der schlechte Bericht beendete die folgenden Jahre hindurch jedoch nicht die fortlaufende Nutzung von Mesmers Techniken. L.L. Rostan hatte vollkommen recht, als er auf die Gefahren magnetischer Medizin hinwies, denn es scheint als ob in der Geschichte Hypnose häufig als Mittel zur Manipulation und Kontrolle anderer Menschen eingesetzt wurde. Interessanterweise verstärkte er gleichzeitig aber auch, daß niemand gegen seinen Willen hypnotisiert werden kann.
1842, erklärte der schottische Chirurg James Braid (1795-1860) Hypnose in wissenschaftlichen Worten. Indem er den mystischen Schleier ablegte, beeinflußte er die Schaffung einer wissenschaftlichen Grundlage. Für ihn war Hypnose ein Stadium, das sich von natürlich Schlaf unterscheidet. Er beschrieb es als Neuro-Hypnose. Mitte des 19. Jahrunderts begann James Esdaile in Indien, Hypnose als Narkose bei Operationen zu verwenden und hatte sehr gute Ergebnisse. Es ist traurig, daß viele seiner englischen Kollegen und die Britische Medizin-Oranisation (BMA) sich nicht einmal die Mühe machten, Esdailes Beoobachtungen zu recherchieren und ihn sogar davon abhielten, zu praktizieren.
In den 90er Jahren des 19. Jahrhunders wurde in Nancy, Frankreich von Dr. Ambroise August Liebault und Professor Bernheim die Hypnoseschule gegründet. Die Tatsache, daß zwei angesehene Aerzte in dieser Zeit von den Heilwirkungen der Hypnose überzeugt waren, trug viel zu der Anerkennung bei. Aerzte aus ganz Europa kamen, um in Nancy zu studieren.
Josef Breuers Entdeckung, daß eine einfache Erinnerung an ein Trauma ofte genügt, um die Symptome zu heilen, war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte, die dem wachsenden Ruf von Hypnose beitrug.
In seinen frühen Arbeiten betrachtete Sigmund Freud Hypnose als ein großartiges Mittel, um Hilflosigkeit zu überwinden. Er war sehr enthusiastisch darüber, aber aus irgendeinem Grund änderte er seine Meinung und glaubte, daß sich einige seiner Patienten nur an Kinderfantasien erinnerten und nicht wirklichen Tatsachen. Da Sigmund Freud sehr bekannt war und großen Einfluß hatte, verursachte seine plötzliche Ablehnung einen großen Rückschlag.
Das Hypnose Abkommen von 1952 war ein großer Erfolg in der Geschichte. Endlich brauchten Bühnenshows, die Hypnose benutzten, eine Genehmigung, um in der Oeffentlichkeit auftreten zu dürfen. Dieses Abkommen verhalf der ernsthaften Seite von Hypnose zum Wachstum. Die Britische Medizin-Organisation hatte ebenfalls immer das Bild von Bühnenshows, wenn man sie mit Hypnose konfrontierte und lehnte sie daher ab. Das Abkommen mußte wohl einen großen Einfluß auf die Anerkennung von Hypnose als therapeutisches Mittel der BMA im Jahre 1955.
Die modernste Art der Hypnose, die heuzutage benutzt wird, wurde von Dr. Milton Erickson (1902-1980) entwickelt. Mit seiner unkomplizierten Art entfernte er viel Geheimnisvolles und machte Hypnose wieder etwas wissenschaftlicher. Er paßte die Sitzungen den inividuellen Patienten an und formte eine neue Methode der Hypnose. Er sah das Unterbewußtsein nicht als schlechte manipulierende Kraft an, sondern als Mittel, unsere inneren Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dies bedeutet, daß Patienten nicht mehr in der 'Kontrolle' des Hypnotiseurs waren, sondern jederzeit frei waren, die hypnotische Erfahrung abzuändern oder freiwillig aufzuwachen. Da er ein Psychiater und Hypnosetherapeut mit ausgezeichnetem professionellen Ruf war und aufgrund seinem medizinischen Hintergrund war er eine sehr wichtige Person, die Hypnosetherapie in der medizinischen Welt ansehbar machte.

David Elman benutzte einen anderen Weg, aber trug ebenfalls viel dazu bei, Hypnose weniger geheimnisvoll zu machen. Er fand ausserdem eine schnellere und effektivere Art der Hypnose. Er glaubte, daß Hypnose nicht auf eine Klasse beschränkt sein sollte, sondern fuer jeden offen sein sollte, der Interesse hat. Er selbst hatte keinen wissenschaftlichen Hintergrund und beeinflusste dennoch die Entwicklung, was beweist, daß nicht nur Aerzte neue Techniken entwickeln koennen, sondern das wichtigste ist, daß jeder Hypnotiseur gut ausgebildet ist, egal von welchem Hintergrund.

Heutzutage scheint die Geschichte guenstiger zu sein. Im Osten ist Hypnose bereits ein festes Therapie Mittel Hand in Hand mit orthodoxer Medizin. Im Westen wird sie auch immer mehr akzeptiert. Heute überweisen viele Aerzte zu Hypnosetherapeuten. Es gibt natürlich immer noch Menschen, die sie verweigern und sich auf die Bühenshows beziehen, aber die Tatsache, daß es immer mehr Hypnosetherapeuten gibt, beweist, das die Menschen langsam Glauben an Hypnosetherapie entwickeln und mit den Ergebnissen zufrieden sind. Dank moderner Kommunikationsmittel können neue Entwicklungen leicht verbreitet und jedem zugänglich gemacht werden. Meiner Erfahrung nach verweigern die meisten Hypnose aufgrund mangelnder Informationen und haben immer noch dieses Image von "kontrolliert werden". Es wird auch immer eine Minderheit geben, die Hypnosetherapie verweigert, aber auf der anderen Seite gibt es nichts, bei dem sich jeder auf der ganzen Welt einig ist...